Bielefelder Gastronomen bereiten sich auf das Nichtrauchergesetz vor
Bielefeld (WB). Am heutigen Samstag ist Weltnichtrauchertag. Doch die Schonfrist dauert noch einen Monat, dann wird es richtig ernst. Am 1. Juli soll in Nordrhein-Westfalen das Nichtrauchergesetz in Kraft treten. Die Bielefelder Gastronomen reagieren unterschiedlich darauf - vom skeptischen Abwarten bis hin zum Umbau des Lokals.
Künftig soll das Rauchen in Gaststätten nur noch in räumlich abgetrennten Bereichen erlaubt sein. Nach einem Sturm der Proteste vor allem von Gastwirten kleinerer Betriebe bereiten sich die Wirte in der Stadt jetzt darauf vor, die strengen Vorgaben des Gesetzes zu erfüllen.
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Eine Aufteilung seines Cafés kommt für Rolf Grotegut, Inhaber des “Miner’s Coffee” am Gehrenberg, hingegen nicht in Frage. “Aus optischen Gründen, aber auch, weil ich das inhaltlich für zweifelhaft halte”, so Grotegut. Wenn eine Entscheidung, dann mit aller Konsequenz. Und die lautet im “Miner’s”: Ab dem 1. Juli ist es rauchfrei. “Ich bin selbst Raucher. Aber ich finde es nicht problematisch, wenn man zum Rauchen nach draußen gehen muss”, sagt Rolf Grotegut.
In der “Wunderbar” hofft Koch Marcel Dietel darauf, dass es in letzter Minute vielleicht doch noch eine Ausnahmeregelung für Einraum-Kneipen geben wird. Denn die Bar durch einen neuen in zwei Bereiche zu trennen, “das ist nicht machbar”, so Dietel. Wenn es bei der strikten Regelung bleibe, müsse sich natürlich auch die “Wunderbar” daran halten und das Rauchen verbieten. Allzu große Probleme befürchtet Dietel allerdings auch dann nicht. “Dann müssen sich die Leute arrangieren. Außerdem klappt es mit dem Verbot in anderen Ländern auch.”
Was die Wirte vom 1. Juli an erwartet, das erlebt Daniela Werning, Geschäftsführerin von Wernings Weinstuben am Alten Markt, jetzt schon seit fünf Monaten. Seit dem 1. Januar ist das Restaurant komplett rauchfrei, was zu bislang “extremen Reaktionen” geführt habe - in beiden Richtungen. “Manche Gäste sind sofort wieder aufgestanden, als sie erfahren haben, dass wir ein rauchfreies Restaurant sind, andere haben gesagt, dass sie nun öfter kommen wollen”, sagt Daniela Werning. Gerade Mütter mit kleineren Kindern begrüßten das Rauchverbot. Eine gute Erfahrung hat Daniela Werning seit Januar auch gemacht: Der Umsatz in ihrem Lokal, sagt sie, sei durch das Rauchverbot nicht zurück gegangen.
Quellangabe:
Format: Westfalen-Blatt, Bielefelder Ausgabe
Verlag: Vereinigte Zeitungsverlage GmbH
Ausgabe: Samstag, 31.05.2008
Autoren: Hendrik Uffmann (Text) und Bernhard Pierel (Fotos)






