12.04.2008 | Neue Westfälische

“Bielefeld riecht nach Party”

EinsLive war in der Stadt: Ein Radio-Popkultur-Marathon von 5 bis 1 Uhr

Bielefeld. Rolf Grotegut urlaubte in Thailand, genoss die Ruhe, und als sein Handy klingelte, “konnte ich das eigentlich nicht gebrauchen”. Aber der Frage, die er dann hörte, konnte sich der Besitzer des Miner’s schwerlich verschließen: Ob er sich vorstellen könne, sein Café zum Sendezentrum der Eins-Live-Nacht in Bielefeld zu machen. Diese Nacht begann am Freitagmorgen um halb fünf, als sich schon eine kleine Schlange vor den Pforten des “Miner’s Coffee” gebildet hatte. “Damit hatte ich nicht gerechnet. Eigentlich ist die Stadt um die Zeit tot.”

Am Freitag war sie frühmorgens bis spätabends quicklebendig. Regelmäßig geglückt der Jugendsender Eins Live die Städte des Landes mit einem Besuch, organisiert Konzerte, Lesungen und manch anderes kulturelles Ereignis. Zentrum der Radio-Invasion aus der WDR-Zentrale war das Café am Gehrenberg. “Unglaublich professionell” hat Grotegut die Vorbereitungen erlebt. Vor vier Wochen habe ein Vorauskommando sein Geschäft inspiziert: “Plötzlich standen da 20 Leute mit Klemmbrettern”, stets beobachtet von den Miner’s-Mitarbeiterinnen Melanie Maltese und Angela Röhr, die das Café-Geschäft führten, während das Radio seine Bielefeld-Show sendete. “Die haben eine Standleitung nach Köln gelegt, nur für diesen Tag. Irre”, sagt Grotegut. Als die Radiocrew am Donnerstag abend feststellte, dass die Kabel eine Tür blockieren, “da haben die halt einen Sicherheitsdienst bestellt. Der hat über Nacht meinen Laden bewacht.”

“Morgens um 10 nach 5 war`s rappelvoll”, sagt Grotegut, dem wie beim Thailand-Urlaub keine Ruhe vergönnt war: “Die haben sofort aufgedreht.” Bis zehn Uhr übertrug der Sender, dann war Sendepause bis 20 Uhr. “Bielefeld riecht nach Party”, jubilierte Moderatorin Sabine Heinrich zu Beginn des zweiten Teils des Radiomarathons. Es folgten Live-Schaltungen etwa ins Kamp, die Hechelei oder ins Stereo, wo mancher beim Kartenkauf in die Röhre schaute. Nicht Benjamin Niebert (25). Der Sanitäter ergatterte die letzten Karten fürs Mando-Diao-Konzert in Ringlokschuppen und schaffte es sogar bis in die erste Reihe.

Quellangabe:

Format: Neue Westfälische

Redaktion: Lokales

Verlag: Zeitungsverlag NEUE WESTFÄLISCHE GmbH & Co.KG

Ausgabe: Samstag/Sonntag, 12./13. April 2008

Autoren: Julia Bindzus und Conrad Schormann