22.11.2007 | Neue Westfälische

“Hier, dort und anderswo”

Hochkarätige Jury verleiht Literaturpreis “Poetry Award 2007″ im Miner’s Coffee

Bielefeld. Lesungen kann man in Bielefeld nahezu täglich besuchen. Im Miner’s Coffee aber findet nun zum zweiten Mal eine ganz besondere Leseveranstaltung unter dem Titel “Short Cuts” statt: Der “Poetry Award 2007″, mit einem eigenen Literaturpreis für Bielefeld, verliehen von einer hochkarätigen Jury.

Rund 90 Profi- und Laienautoren aus dem Raum Bielefeld haben bis Ende Oktober Kurzgeschichten zum Thema “Hier, dort und anderswo” eingesandt. Seitdem arbeiten die Jurymitglieder fleißig an einer Auswahl, um am Mittwoch, 28. November, fünf Texte beisammen zu haben, die gelesen und prämiert werden. Über den Inhalt der Geschichten will die Literaturwissenschaftlerin und Initiatorin des Preises, Simône Ibounig, noch nicht zu viel verraten: “Die Preisträger könnten sich dann eventuell wiederfinden. Der Clou ist diesmal, dass die fünf Gewinner noch nichts von ihrem Glück wissen.”

Im vergangenen Jahr seien jedoch sehr unterschiedliche Storys dabei gewesen, traurig, spannend, witzig oder tragisch. Der Gewinner des Poetry Award 2006, Mischael-Sarim Vérollet, verfasste beispielsweise die kurze Liebesgeschichte “Die Straße zum Fluss, oder: Kaffee am Morgen” mit einer überraschenden Wende hin zum Krimi.

Die besten Geschichten sollen nun erstmals auch in einem Buch zusammengefasst werden. Dabei ist die Verlegerin Christa Maria Amelung behilflich, die ebenfalls der Jury des jungen Bielefelder Literaturpreises beiwohnt. Darüber hinaus bewerten Hans Zippert, Autor und Kolumnist der Welt, der Bielefelder Literaturwissenschaftler Prof. Friedmar Apel, Autor und Moderator Andreas Liebold und natürlich der Besitzer des Miner’s Coffee selbst, Rolf Grotegut.

“Mit dem Preis wollen wir den Bielefelder Schriftstellern eine neue Plattform bieten”, sagte der Kulturveranstalter Grotegut. Gemeinsam wollen sie die Schreiberszene mit dem Poetry Award erweitern. “Das Besondere ist, dass es nicht wie bei einem Slam vor allem um die Darstellung geht, sondern um die in sich geschlossenen Geschichten.” Folglich müssen die Gewinner ihre Texte nicht zwingend selbst vortragen, “wer sich nicht traut, kann sie von Moderator Liebold lesen lassen”, sagt Ibounig.

Die ersten drei der insgesamt fünf Kurzgeschichten werden mit 500, 200 und 100 Euro prämiert. “Mit den Eintrittsgeldern können diese Kosten nicht gedeckt werden, wir hoffen aber auf die Unterstützung von Sponsoren”, sagt Grotegut. Damit auch die Zuhörer ihrer Begeisterung Ausdruck verleihen können, wird es neben dem Urteil der Jury auch einen Publikumspreis geben.

Mittwoch, 28. Nobember, Einlass um 20 uhr, im Miner’s Coffee ( Gehrenberg 7-9 ). Weitere Informationen unter www.poetryaward.de.     

Quellangabe:

Format: Neue Westfälische

Redaktion: Lokale Kultur

Verlag: Zeitungsverlag NEUE WESTFÄLISCHE GmbH & Co.KG

Ausgabe: Donnerstag, 22. November 2007

Autorin: Kathrin Sielker (Text & Foto)