Männer sind Eier
Bernhard Lassahn eröffnet neue Lesungsreihe im “Miner’s”
Bielefeld (groe). Wo die Getränke “beverages” heißen und die Koffein-Einschüsse in den Größen “tall” und grande” kommen, gibt’s jetzt eine “Poetry Night”. Also: Im Kaffeehaus “Miner’s Coffee” am Gehrenberg kommen Autoren zu Wort. Lockere Lesungen für ein lockeres Publikum will Geschäftsführer Rolf Grotegut künftig einmal im Monat servieren.
Die Wohnzimmeratmosphäre soll den Literaturgenuss versüßen. Der erste Autor war auch gleich begeistert vom “Miner’s”: “Das ist der Traum jedes Autors, im Kafeehaus zu lesen”, sagte Berhard Lassahn. Er muss es wissen. Er trat schon in Tiefgaragen auf und hat mehr Volkshochschulen und Leihbüchereien gesehen, als ihm lieb ist.
Der in Osnabrück augewachsene und in Berlin lebende Schriftsteller hat Bücher für Kinder (”Käpt’n Blaubär Geschichten”) und Erwachsene geschrieben. Demnächst bringt der Bielefelder Pendragon Verlag, der schon die Textesammlung “Der Untergang der Kowalski” veröffentlicht hat, den neuen Lassahn heraus. Titel: “Der letzte Cowboy kommt aus Gütersloh”. Der Satiriker gibt seinen “Texten zur Zeit” den vermeintlich kleinen Dingen des Lebens die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Er, der sein Geld durch Sparen verdient, erzählt von seiner tragischen Liebe zu Ilse, Name geändert. Er war 15 sie zwölf, und bei Lassahn ist der zarte Versuch einer Liaison großes, komisches Kino. Er arbeitet das Menschheitsthema Abwasch als Ehedrama mit verteilten Rollen auf, stolpert als Stadt-Paranoiker durch das bedrohliche Hamburg und singt mit der Hein-Blöd-Puppe: “Männer sind Eier, ohne Überraschung drin”.
Es war ein netter Abend mit einem amüsanten Autor im gut gefüllten “Miner’s”.
Die nächsten drei Termine: Am 9.Juni liest und singt Reiner Schöne, demnächst zu sehen in Bully Herbigs “(T)raumschiff Surprise”. Steffen Jakobs, Hellmuth Opitz und Matthias Politycki liefern am 14.Juli einen Trialog zum Thema “Frauen, na ja, schwierig”. Am 7.Oktober liest Engelbert von Nordhausen, die deutsche Stimme von Gene Hackman und Samuel L. Jackson, aus den “Shaft”-Krimis und plaudert aus der Film- und Synchronbranche.
Quellangabe:
Format: Neue Westfälische
Verlag: Zeitungsverlag NEUE WESTFÄLISCHE GmbH & Co.KG
Ausgabe: Samstag, 29. Mai 2004
Internet: http://www.nw-news.de
e-mail: redaktion@neue-westfälische.de






