01.04.2002 | Coffee Shop Magazin

Die grossen und die kleinen 

Ein international operierender Konzern und ein lokaler Einzelkämpfer, die beide das gleiche Ziel haben: Ihren Kunden den besten Kaffee zu servieren. Costa Coffee schickt sich an Deutschland zu erobern, Miner’s Coffee war bescheidener und hat erst mal Bielefeld erobert. Beide sind keine Unbekannten, nur ihr Wirkungskreis ist ganz verschieden. Während hierzulande der Name Costa Coffee in der Kaffeebranche geläufig ist, kennt man Miner’s Coffee wohl hauptsächlich in Bielefeld und Umgebung. Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen vorstellen, wie Costa Coffee sein in England sehr erfolgreiches Konzept auf den deutschen Markt übertragen will und wie man als “Local Hero” mit gutem Konzept und konsequenter Qualität die Westfalen von amerikanischem Lifestyle und Kaffeegenuss überzeugt. 

Testphase abgeschlossen

In England sind die Costa Coffee-Bars mit über 300 Outlets Marktführer, noch vor Starbucks. In Deutschland testete man zunächst gründlich mit fünf Outlets in zwei Jahren den Markt, ehe man sich in der Zentrale des Whitbread Konzerns zur strategischen Expansion im größeren Stil entschloss. Die Ziele allerdings bleiben realistisch, 10 bis 15 Outlets sind im Budget des Geschäftsjahres 2002 eingeplant. Dass Konzept und Marke in Deutschland funktionieren, haben die fünf Testbetriebe in unterschiedlichen Lagen und Gegenden gezeigt, der “Flagshipstore”, der im Herbst letzten Jahres in der Frankfurter Pressgass eröffnete, sorgte für Aufsehen in der Szene. Mit italienischem Flair, schickem Retro-Design und einem ausgefeilten Angebot an Food- und Kaffee-Spezialitäten will man die Kunden überzeugen. Mit zehn verschiedenen Kaffeeröstungen und wechselnden Food-Aktionen bietet man dem verwöhnten Gast wichtige Vielfalt. Das Food-Sortiment setzt sich aus typisch italienischen Spezialitäten wie Pannini, Ciabatta, Mandelkeksen und Dolci zusammen, aber auch international-amerikanische Produkte wie Muffins gibt es bei Costa. Die Sachen werden frisch vor Ort belegt oder zubereitet, so will es die Firmenphilosophie. Die Bilanz des letzten Jahres ist positiv, denn mit dem großen Shop in der Pressgass und dem Outlet in Chemnitz konnte man im Management viele Erfahrungen sammeln, die für die kommende Expansion hilfreich sind. In diesem Jahr ist die Testphase endgültig vorbei, nun soll das strategische “RollOut” beginnen, Feinabstimmungen im Sortiment und der Operation inklusive. 

Miner’s - Stark und Schwarz

Der Name ist vom amerikanischen Minenarbeiter - Miner - abgeleitet. Schwarz und stark sind Begriffe, die sich gut mit Kaffee verbinden lassen. Das Konzept ist zwar wie viele andere auch vom großen amerikanischen Vorbild geprägt, doch auch irgendwie anders als die anderen.  Relaxen im großzügigen Umfeld mit gemütlichen Sitzmöbeln und vor allem vielen Außenplätzen für die Freiluftsaison waren von Anfang an wichtige Punkte bei der Planung. Herausgekommen ist ein 130 m² großes Loft-Coffeehouse in Bielefelds Innenstadt mit großzügigen Fensterflächen zum Sehen und Gesehenwerden. Inhaber Rolf Grotegut ist einer dieser typischen branchenfremden Einzelkämpfer mit Erfolgsstory. Der studierte Fotodesigner hatte bereits Franchise-Erfahrung mit einem Laden von “The Body Shop” gesammelt und war auch am Aufbau eines der führenden deutschen Franchise-Systeme im Pizza-Delivery-Bereich beteiligt. Der Mann versteht also sein Handwerk. Seit der Eröffnung im Mai 2001 steht Rolf Grotegut noch fast jeden Tag selbst im Miner’s, einfach um den Kontakt zur Kundschaft zu pflegen und um immer noch “unglaublich viel zu lernen”. Schon bei der Planung des Coffeeshop-Konzeptes wurde eine Expansion per Franchising mit einkalkuliert, doch erst nach dem ersten erfolgreichen Testjahr mit dem Pilotbetrieb will Rolf Grotegut mit Miner’s Coffee als Franchise-Konzept wachsen. In diesem Jahr sollen laut Planung bereits die ersten zwei Miner’s Coffeeshops mit Franchisepartnern eröffnet werden.  

Quellangabe:

Coffee Shop Magazin, das DBZ Trendmagazin rund um den KaffeeAusgabe: 2/2002 April/MaiInternet: http://www.dbz-verlag.de e-mail: juergenmeier@dbz-verlag.de Autor: Juergen Meiere-mail: juergenmeier@dbz-vrelag.de