01.04.2002 | Coffee Shop Magazin

Miner’s Coffee - stark und schwarz

Geschichten über Coffeeshops und Espressobars sind derzeit in Deutschlands Medien allgegenwärtig. Meist kommen sie von Systemanbietern. Mal stellen sie die mittlerweile in jeder grösseren Stadt ansässigen Local heros und ihre Coffeeshop-Systeme vor, mal sind es die internationalen Coffeeshop-Brands die im Vordergrund stehen, weil sie sich gerade anschicken, eine ganze Branche erfolgreich umzukrempeln. Und manchmal sind es auch branchenfremde Einzelkämpfer, die Coffeeshop-Erfolgsgeschichte schreiben. Mit ihrem Coffeeshop oder auch ihrer Espressobar haben sie ihre Stadt fest in der Hand. Sie haben die Chance rechtzeitig erkannt und haben gegen alle Widerstände agiert. Geduldig und erfolgreich! 

Rolf Grotegut ist einer von Ihnen. Erfahrungen mit international operierenden Systemen hat der studierte Fotodesigner reichlich gemacht. Nicht nur mit (s)einem Laden der erfolgreichen Franchise-Kette “The Body Shop”, sondern auch beim Mitaufbau von Gameiro, einem der führenden deutschen Franchise-Systeme im Bereich Pizza-Delivery. Irgendwann wurde Rolf Grotegut, wie fast alle USAreisende Europäer mit Starbucks & Co. konfrontiert. Bleibende Erlebnisse, an die sich der Bielefeldergerne zurück erinnert. Und der damalige Rückflug aus den USA ließ schließlich genügend Zeit und Freiraum, um sich zunächst Gedanken zum Thema Coffeeshops zu machen und dann, zurück in Old Germany, an die konzeptionelle Arbeit seines eigenen Coffeeshop-Systems zu gehen. Miner’s Coffee war geboren! Miner, der amerikanische Berg(Minen)arbeiter steht als Sinnbild für “Schwarz und Stark”. Eben wie ein guter Kaffee. Miner’s Coffee möchte seinen Gästen den bestmöglichen Kaffee in bestmöglicher Atmosphäre bieten. Einfach und konsequent! 

Miner’s ist natürlich ein amerikanisches, lifestyleorientiertes Coffeeshop-Konzept. Allerdings anders als die meisten Anderen. Suchte Rolf Grotegut doch von Anfang für seinen Pilotbetrieb eine grosse B-Lage mit bezahlbarer Anbindung an die hochfrequentierten 1-A-Lagen und mit hervorragend besetztem Mieterumfeld. Grosszügigkeit sollte den Gast erwarten. Nicht die, oftmals mit traumatischen Erlebnissen verbundene Enge in den zahlreichen Mini-Coffeeshops. Auch Sitzplätze waren in Erwartung des Comeback der innerstädtischen Coffee Houses schon in der Planungsphase fester Bestandteil seines Konzeptes. Relaxen in grosszügigem Ambiente mit Loft-Charakter war gewollt. Und möglichst viele Aussensitzplätze sollten genehmigungsfähig sein, um den ansonsten eher “kaffeeschwachen Sommer” möglichst gut zu überbrücken. Nach langem Suchen war es endlich soweit. Gehrenberg 5-7 lautete die Anschrift seines 130 qm “Loft-Coffeehouses”.Grosszügige Fensterflächen, alle mit Windowboards und Barhockern, teilweise auch mit kompletten Sitzgruppen im Fenster laden zu “sit & see” ein. Edle dunkle Hölzer, Parkettboden, gebürsteter Edelstahl, satiniertes Glas mit dem Company-Branding, alles in perfekter Abstimmung, exklusiv und gut. Die lediglich “clean white” gestrichenen Wände und die Decke unterstreichen den gewollt puristischen Auftritt. Und dann wäre da für den designorientierten Gast mit technischer Ausrichtung noch der unverbaute Blick auf die freiliegenden Versorgungsleitungen sowie die Lüftungs- und Klimatisierungsrohre. High-Tec pur in glänzendem Silber. Die gesamte Raumaufteilung und die Einrichtung spiegeln den Gedanken des ursprünglichen Konzeptes wieder: “Großzügigkeit mit Freiräumen für Kopf und Körper”.

Während der Konzeptund Planungsphase wurde Rolf Grotegut von dem Architekt Ulrich Kaldewey und dem Grafik- und Designberater Marcus Langer, beide aus Bielefeld, unterstützt. Offensichtlich ein Dream-Team. Den Gast erwartet ein spannendes Versprechen mit höchstem Anspruch: entdecken und erleben Sie bei Miner’s Coffee das Flair amerikanischer CoffeesShops. Entdecken Sie, wie frisch gerösteter, perfekt gemahlener und vollendet zubereiteter Kaffee Ihre Sinne verführt. Miner’s Coffee bietet wunderbare Kaffeespezialitäten. Von ganz schwarz bis schokoladenbraun. Als Getränk oder ganze Bohne. Zum Soforttrinken oder zum Mitnehmen. Und das ab 07.30 Uhr morgens bis hin zum ortsüblichen Ladenschluss um 19.00 Uhr. Um dem eigenen hohen Qualitätsanspruch und dem der Gäste gerecht zu werden, bereitet ein speziell ausge bildeter Barista, oftmals auch der Chef als Chefbarista in Person, mit einem 3-gruppigen Halbautomaten von La-Cimbali Cappuccino, Espresso & Co. liebevoll zu. New York styled Bagels, Sandwiches, süße Muffins, leckere Brownies und Carot Cake wollen als Snack-Basics ihre amerikanische Herkunft nicht verheimlichen. Zum Sortiment gehört auch der, übrigens wirklich frisch gepresste Orangensaft. Und das ansonsten obligatorische Mineralwasser und die limonadenhaltiges Softdrinks gibt’s auch. Die werden dann, allerdings nur “auf Wunsch”, unter der Theke hervorgezaubert. 

Zweimal im Jahr kommt die Seasonal Card mit entweder den Winter- oder Summerspecials raus. Darin finden sich dann inszenierte Eigenkreationen wieder. Schließlich will man sich auch hier deutlich von anderen Coffeeshop-Systemen abheben. In diesem Sommer soll übrigens der “Fizzy Coal Miner” der Renner werden. Schnell war Miner’s Coffee bei den Bielfeldern, egal ob jung oder alt beliebt. Viele kamen gerade in der Anfangszeit neugierig vorbei, um “mal zu sehen” und auch, um den “Unterschied zu schmecken”. Immerhin war Miner’s Coffee doch Bielefelds erster echter, amerikanisch orientierter Coffeeshop. Seit der Eröffnung am 22. Mai 2001 steht Rolf Grotegut trotz vieler konzeptioneller Arbeiten fast täglich in seinem Coffeeshop und resümiert: “es gibt unglaublich viel zu lernen, zu entdecken und zu verbessern. Wenn ich mich in 20 Jahren an heute erinnere, werde ich sagen, dies war eine irre spannende Zeit, die viel Spaß gemacht hat. Ich war umgeben von netten, inspirierten und hochmotivierten Leuten”. 

Viel Zeit nimmt sich Rolf Grotegut mit dem Sammeln von Erfahrungen und mit der intensiven Schulung seiner Mitarbeiter. Denn Servicekultur ist bei Miner’s Coffee nicht nur ein Versprechen, sondern wird im täglichen Umgang mit. den Gästen groß geschrieben und gelebt. Entsprechend sachlich und gründlich plant der auch ansonsten eher penibel genaue Rolf Grotegut die weitere Expansion. Miner’s Coffee wurde zwar von Anbeginn als franchisefähiges Konzept entwickelt, dennoch kam zuerst die Phase des “learning by doing”. Nach einem erfolgreichen Testjahr mit dem Pilot-Coffeeshop in Bielefelds Innenstadt stehen nunmehr noch in diesem Jahr die Eröffnungen der ersten zwei Miner’s Coffee-Franchiseshops an. Bei dem beruflichen Werdegang und den Franchise-Erfahrungen die Rolf Grotegut in sein Konzept einbringt, stehen die Chancen für ein echt franchisefähiges Coffeeshop-Konzept wohl gut. Denn gerade beim Franchising ist das faire Miteinander zwischen Franchisenehmern und Franchisegebern oftmals der “Schlüsselbaustein” zum Erfolg. 

 Quellangabe:Coffee Shop Magazin, das DBZ Trendmagazin rund um den KaffeeAusgabe: 2/2002 April/MaiInternet: http://www.dbz-verlag.de e-mail: juergenmeier@dbz-verlag.de Autor: Phillipp Kellere-mail: redaktion@dbz-vrelag.de